Karl Theodor Vogel - ein Leben im Dienste der Fachkommunikation

* 22. November 1914
am 5. Juli 2007

- Senior-Verleger der Vogel Medien Gruppe, Würzburg
- Gesellschafter und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates
- Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
- Ausgezeichnet mit der Jakob Fugger Medaille (1995) einer Stiftung
des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern e. V.

Karl Theodor Vogel, Enkel des Verlagsgründers Carl Gustav Vogel und Sohn Arthur Gustav Vogel wurde am 22. November 1914 in Pößneck geboren und besuchte dort die Volksschule und das Reformrealgymnasium in Pößneck, Thüringen.




In 1934 immatrikuliert er sich an der Cornell Universität in Ithaca, New York, für die Studienfächer Economics und 'Arts & Science'. Parallel belegte er an der 'Empire State School of Printing' den Sonderkursus 'Werbepsychologie'.

Doch schon im Oktober 1935 musste er zurück und seinen Militärdienst in Deutschland ableisten. Von 1937 - 1939 arbeitete er dann im Verlag mit, um nach Satz und Druck auch die kaufmännische Seite des Verlagsgeschäfts kennen zu lernen. Diese 'Lehr'-Zeit im Verlag wurde bei Ausbruch des Krieges jäh beendet und Karl Theodor Vogel musste bis Kriegsende dienen, wurde dann aber noch Ende des Jahres 1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.

Mit seinem Vater und Onkel bemühte er sich den Verlag rasch wieder aufzubauen. Und am 1. November 1947 ist es soweit, der Vogel Verlag bezieht sein erstes eigenes Gebäude in Coburg. Am 12. Februar 1948 erscheint die erste Nachkriegsausgabe der Zeitschrift Maschinenmarkt .

In 1949 ist Karl Theodor Vogel verantwortlich für die Planung und Vorbereitung der Neuauflage der Zeitschrift 'Das Lastauto' - sein 'Gesellenstück'. Diese Zeitschrift geht später, genauso wie die Zeitschrift 'motor und sport' und deren Wiedererscheinen er maßgeblich beteiligt war, als Sacheinlage in die Vereinigten Motor-Verlage ein und Karl Theodor als Geschäftsführer und Interessenvertreter der Vogelschen Familienbetriebe nach Stuttgart.

Der Sitz des Verlages in Coburg, als geplantes Sprungbrett zurück nach Pößneck war hinfällig und nach langem Suchen und Abwägen entschlossen sich A.G. Vogel, Ludwig Vogel und Karl Theodor Vogel für einen Umzug nach Würzburg. Von 1951 bis 1956 erfolgt die Umsiedlung. Zunächst der Druckereibetrieb und zum Schluss die Verlagsabteilungen.



In diesen Jahren hatte A.G. Vogel Schritt für Schritt an seinen ältesten Sohn übergeben und nach seinem Tode im Jahre 1958 bilden die persönlich haftenden Gesellschafter Ludwig (geb. 23. Juli 1900 und Karl Theodor Vogel die oberste Führung und sind stimmberechtigt Mitglieder des Verwaltungsrates.

Karl Theodor Vogel kümmerte sich um die Erneuerung der Fachzeitschriften, die journalistische Qualität und modernen Vertrieb und Anzeigenmarketing und Anzeigenverkauf nach dem Vorbild der führenden amerikanischen Verleger, die er auf seinen Reisen und im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die 'International Federation of the Periodical Press' (FIPP) kennen gelernt und genauestens studiert hatte.

Seit Mitte der 60er Jahre gehörte er 23 Jahre dem Vorstand der damaligen Fachgruppe Fachzeitschriften im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) an, war Initiator des Arbeitskreises Medianinformationen Fachzeitschriften (AMF). Und engagierte sich ehrenamtlich im FIPP und im Deutschen Presserat.

Gemäß seines Mottos 'Stehe an der Spitze, um zu dienen - nicht um zu herrschen' setzt sich Karl Theodor Vogel sehr für die moderne Unternehmensführung ein und fördert die Einführung des 'Harzburger Modells' Mitte der 60er Jahre.


Mit der Berufung einer Geschäftsleitung in 1974 geben Ludwig und Karl Theodor Vogel die Führungsverantwortung an die neu berufene Geschäftsleitung bestehend aus Dr. Friedrich Fischer und Dr. Kurt Eckernkamp (dem Schwiegersohn und designiertem Nachfolger Ludwig Vogels) ab. Nach dem Tod von Dr. Friedrich Fischer, im Alter von nur 49 Jahren, wird Wolfgang Lüdicke in die Geschäftsleitung berufen.



Als Ludwig Vogel im Mai 1982 stirbt, wird Dr. Kurt Eckernkamp sein Nachfolger als Verleger und stimmberechtigtes Verwaltungsratsmitglied, bleibt aber gleichzeitig Geschäftsführer. Gemeinsam mit Karl Theodor Vogel bildet er bis 1987 die oberste Führungsebene der Vogelschen Familiengesellschaften.



Die Fachmedien, der Fachjournalismus und der Nachwuchs lagen Karl Theodor immer sehr am Herzen. An seinem 70. Geburtstag gründete er die 'Karl Theodor Vogel Stiftung' der Preis heute zusammen mit der Deutschen Fachpresse: 'Fachjournalist des Jahres' jährlich vergeben wird.

In 1987 wird Dr. Eckernkamp dann auch persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter. Karl Theodor Vogel gibt Wolfgang Lüdicke Generalvollmacht und bestellt ihn zu seinem Vertreter im Verwaltungsrat.

Ab 1995 und bis zu seinem Tod war Karl Theodor Vogel Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Vogel Medien Gruppe.

Einem seiner 'Hobbies' ist Karl Theodor Vogel bis ins hohe Alter treu geblieben - vom Vertrieb der Zeitschriften mit dem Pferdefuhrweg seines Großvaters - bis zum Freizeitvergnügen im Steinbachtal in Würzburg.



Quellen:
Peter Johanek: Die Vogel Story, ein Verlag im Wandel der Zeit. Vogel Verlag, 1972, ISBN 3-8023-0517-5. Ausführliche Darstellung der Unternehmensgeschichte.

Peter Johanek: Ludwig Vogel - Ein Verleger und seine Zeit. Vogel Verlag, 1980

Gerhard Kase: Miteinander erfolgreich 1891 - 1991 | 100 Jahre Kommunikation im Dienste der Technik. Vogel Verlag und Druck, 1991

100 Jahre Vogel - Festschrift. Vogel Verlag und Druck, Oktober 1991

Gerhard Kase: Karl Theodor Vogel - Ein Verlegerleben im Dienste des Marktdialogs, Vogel Medien, 1994
(Dieser Schrift zum 80. Geburtstag KTV sind auch die Fotos auf dieser Seite entnommen)